Mittwoch, 25. Mai 2016

Rezension: Tinderella ~ Rosy Edwards



Titel:                   Tinderella! Geschichte aus dem Singeland
Autorin:              Rosy Edwards
Verlag:                Goldmann Verlag
Format:               Broschiert
Seitenanzahl:      412 Seiten
Orig. Titel:         Confessions of a Tinderella

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Wie kam ich zu dem Buch?
Ich habe so lange auf dieses Buch hingefiebert und bin nun total glücklich es endlich in meinen Händen halten zu können! Seit ich es in dem Verlagsprogramm gesehen habe, habe ich auf die Erscheinung von Tinderella von Rosy Edwards hingefiebert!
Vielen Dank, an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

Klappentext:
Rosy Edwards zog aus, Mr. Right zu finden und entdeckte Tinder...

Nur ein Wisch und der richtige Mann ist da. So einfach soll das bei der Dating-App „Tinder“ angeblich gehen. Rosy findet, dass es einen Versuch wert ist. Was hat sie schon zu verlieren? Single ist sie ja schon. Die ungeschriebenen Regeln lernt sie dabei auf die harte Tour kennen: Typen, die sich mit nacktem Oberkörper auf ihren Profilbildern zeigen, sind meist Idioten. Ein Match verheißt noch lange keine große Liebesgeschichte. Und ein tolles Date hat manchmal keine Fortsetzung. Rosy tindert sich trotzdem wacker durchs Leben, verliebt sich in die Falschen, verkennt die Guten und wischt so lange weiter, bis eines Tages etwas ganz und gar Unerwartetes passiert ...
Worum geht's? Spoilergefahr
Der Klappentext fasst es eigentlich excellent zusammen.
Rosy ist unzufrieden. Zwei sehr gute Freundinnen sind schon lange in einer glücklichen Beziehung und eine von ihnen wird heiraten. Halb trauert Rosy ihrem Ex hinterher, halb ist sie zufrieden so wie es ist.
Sie lässt sich von einer Arbeitskollegin zu einem Date mit einem ihrer Bekannten breitschlagen. Schnell stellt sie fest, dass es weder der Typ noch das Date gut war.
Durch ihre beste Freundin entdeckt sie die App "Tinder", was sie am Anfang noch als blöd erachtet führt sie jedoch schnell zu verschiedenen Dates, die alle mehr oder weniger die richtigen für sie sind.

Das Cover:
Durch das Coverdesign bin ich zu aller erst auf das Buch aufmerksam geworden. Es ist schlicht, modern und stylish.
Der Hintergrund ist leicht grau und mit helleren Flecken geziert und erinnert sehr an die Lichtreflexen bei Fotos. Die Sterne verleihen ihm gemeinsam mit den abgebildeten Figuren einen jugendlichen und modischen Touch.

Meine Meinung:
Wie der Klappentext ist der Schreibstile sehr modern. Immer wieder gibt es verschiedene Anspielungen auf Serien, Filme, etc. Dabei strotzt jeder Satz entweder vor Humor oder Ironie, wenn nicht sogar beides.
Teilweise hat es mich wirklich sehr an die Schreibweise von Klatsch und Tratschmagazinen erinnert. Es war leicht zu lesen und sehr abwechslungsreich. Allerdings war mir der Humor teilweise zu viel des guten. Außerdem war es so, dass durch diesen umfangreichen und teilweise sehr weit schweifenden Schreibstil  die eigentliche Handlung teilweise in den Hintergrund rückte.
Jedes Kapitel hat einen eigenen Titel, wobei mir die teilweise sehr kitschig erschienen und teilweise war mir leider der Bezug zwischen Titel und Kapitel nicht ganz klar.

Die Handlung war nicht besonders aufregend. Für mich hat sich kaum Spannung aufgebaut. Es floss eher alles vor sich hin. Ganz grob gesagt lässt sich die Handlung in ein paar Sätzen zusammenfassen: Die Protagonistin versucht über Tinder die große Liebe zu finden, wird immer wieder enttäuscht, lernt nicht aus ihren Fehlern und versucht nebenbei noch sich selbst zu verwirklichen.
Zum Ende hin hat mir aber sehr gefallen, dass es eine kleines Resumé gab und eine leichte Gesellschaftskritik  anklung. Davon hätte ich gerne mehr gehabt.

Mit den Charakteren konnte ich nicht richtig warm werden, vor allem mit Rosy.
Rosy weiß um ihre Fehler und Macken und versucht sie selber in Angriff zu nehmen und ihre Träume mehr oder weniger zu verwirklichen. Dabei macht sie immer die gleichen Fehler, wieder und wieder und schweift immer da und vergisst diese. Sie dreht sich ständig im Kreis. Außerdem ist sie jemand, der ständig lügt. Teilweise wurde sie sehr stark als Loserin dargestellt, die keinen Job hat, den ganzen Tag nur im Bett liegt und im reinsten Chaos lebt, dargestellt. Für mich war es teilweise sehr absurd und hat an einige Fernsehprogramme erinnert. Glücklicherweise hielten sich diese Szenen in Grenzen.
Außerdem hat Rosy auf mich sehr selbstüberzeugt gewirkt. Sie denkt, die minimale Bewegung mit dm kleinen Finger wäre eine Meisterleistung und alle müssten sie dafür bewundern.
Dadurch wurde Rosy im Laufe der Geschichte für mich, durch ihre Fehlentscheidungen und ihre Blindheit gegenüber der Realität, immer unsympathischer.
Als merkwürdig empfand ich es auch, dass Rosy immer nur von ihrer besten Freundin als "die Beste" und ihrem Bruder als "Bru" gesprochen hat.

Vielleicht ging es nur mir so, aber ich hatte mir durch den Untertitel "Geschichten aus dem Singelland" vorgestellt, dass die Geschichte leicht märchenhaft angehaucht wäre und dadurch einen ganz eigenen Humor und Charm hätte. Das ist leider nicht der Fall!
Nichtsdestotrotz hat mich das Buch gut unterhalten und es hat Spaß gemacht, es zu lesen..

Das war jetzt sehr viel Kritik, trotzdem habe ich das Lesen genossen. Ich würde das Buch allen empfehlen, die sich selber in der Tindersphäre herumtreiben und/oder einfach ein nettes Buch für zwischendurch suchen.

Hier kommt ihr noch zu einem netten YouTube Video, in dem die Autorin in eine Talkshow über Tinder redet.


Leider war das Buch anders als erwartet. Trotzdem hat es mich gut unterhalten, wenn auch nicht fesseln können. Es ist gut zum Zwischendurchlesen geeignet. Humorvolle Gesellschaftskritik klingt an verschiedenen Stellen an. 
Es ist definitiv mal etwas anderes.