Montag, 12. Juni 2017

Rezension: 11.22.63 ~ Stephen King




Titel:                   11.22.63
Autor:                 Stephen King
Verlag:                Hodder
Sprache:             Englisch
Seitenanzahl:    734 Seiten

Verlag | Amazon | Website | 9,99£



Wie kam ich zu dem Buch:
Mein Freund ist ein riesen großer Stephen King Fan. Wir erzählen und immer gegenseitig von den Büchern, die wir lesen und es fasziniert mich, mit welcher Leidenschaft er über die Bücher von Stephen King redet. Besonders die Handlungen und Plottwists sind sehr außergewühnlich. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, ein Stephen King Buch zu lesen.
Ich bin kein Horrorfan und aus diesem Grund hat mein Freund mir 11.22.63 von King empfohlen.


Klappentext:
On November 22, 1963,
three shots rang out in Dallas,
President Kennedy died,
and the world changed. Unless...

In 2011, Jake Epping, an English teacher from Lisabon Falls, Maine sets on an insane - and insanely possible - mission to prevent the Kennedy assassination.

Leaving behind a world of computers and mobile phones, he goes back to a time of big American cars and diners, of Lindy Hopping, the sound of Elvis and the taste of root beer.

In the haunting world Jake falls in love with Sadie, a beautiful high school librarian. And, as the ominous date of 11.22.63 approaches, he encounters a troubled loner named Lee Harvey Oswald...


Das Cover:
Ein grandioses Titelbild. Sehr schlicht gehalten und doch ausschlagsgebend.
Mir gefällt sehr gut, dass ein Originalfoto von Kennedy verwendet wurde und die bläulichen Schatten lassen es aussehen, als würde man durch ein Loch direkt in die Vergangenheit sehen.
Die dunklen roten Schriftzüge verleihen dem Cover einen ernsten Hauch.

Meine Meinung:
Ich habe mein erstes Stephen King Buch gelesen! Wuhu, ich bin schon ein kleines Bischen Stolz auf mich, da das Buch ein ziemlich dicker Wälzer ist und das Englisch auch nicht immer ganz einfach. Doch dazu jetzt mehr.

Stephen King hat einen sehr speziellen und ausgewogenen Schreibstile. Er beschreibt sehr viel und ausführlich. Durch seine Wortwahl wird eine einzigartige Atmosphäre vermittelt. Ich habe mir noch nie so sehr gewünscht, in einem Buch dabei zu sein. Gerade am Anfang der Geschichte, wenn Jake Epping zum ersten Mal nach Derry kommt, ist es Stephen King unglaublich gut gelungen die Atmosphäre der 50er einzufangen. Ich habe damals noch nicht gelebt und trotzdem hat es sich angefühlt, als wäre ich selber dort gewesen.
Der Schreibstile von King ist grandios und sehr wortreich. Daher war das Buch, gerade zu anfang, sehr anstrengend zu lesen. Ich bin keine Native Speakerin, hatte aber Englisch als LK und habe bereits zwei Jahre im Ausland gelebt. Trotzdem war es sehr anstrengend zu lesen und nach längeren Abschnitten musste ich öfter eine Pause einlegen um mein Gehirn eine Pause zugönnen.
Ich würde das Buch wegen seines Schreibstyles fortgeschrittenen Lesern empfehlen, die mit der englischen Sprache sehr vertraut sind.

Während des Lesens hatte ich Phasen, in denen ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Die Geschichte wird langsam erzählt und Spannung wird nur langsam aufgebaut, bis zum Ende der Spannungshöhepunkt kommt. Kleiner Inszenierungen sorgen auf den über 600 Seiten vor dem großen Finale auch für Spannung und Abwechslung. Während des Lesens war mir nie "langweilig", sodass ich dachte, ich könte jetzt auch aufhören zu lesen. Trotzdem hat es sich an einigen Stellen gezogen und wurde etwas langatmig.

Die Handlung von 11.22.63 ist faszinierend! Ich habe schon einige Zeitreise Bücher gelesen und noch nie ist mir ein dermaßen ausgeklügelte Geschichte untergekommen. Die Art und Weise wie Stephen King mit den verschiedenen Zeitsträngen spielt ist gewieft.Es entsteht eine nicht vorraussehbare Geschichte mit einem bitter-schönen Ende.
Gerade da der Leser einen sehr großen Einblick in das Leben von Jake Epping bekommt und man von Seite 1 bis zur letzten Seite immer an seiner Seite bleibt, baut man eine starke Verbindung zu dem Protagonisten auf. Er ist ein herkömmlicher Englischlehrer an einer High School mit dem Herzen am richtigen Fleck. Er hat einen Sinn für Gerechtigkeit und seine Handlungen sind authentisch und nachvollziehbar.
Ein Gegenstück dazu bildet die exzentrische und temperamentvolle Sadie, obwohl sie sehr tollpatschig ist. Es ist schön zusehen, wie sie und Jake sich langsam annähren und eine einzigartige Liebesgeschichte zwischen den beiden entsteht, die keines Falls kitschig oder klischeebehaftet ist.

Von Anfang an ist klar, dass die Geschichte noch einen Haken haben muss und (leider) ist das der Fall. Das Ende ist bitter schön und hat mich zu Tränen gerührt.
Oft hört man in Verbindung mit Stephen King Büchern den Satz "Der Weg ist das Ziel", da seine Bücher sehr gut geschrieben sind, das Ende jedoch oft etwas enttäuschen ist oder es nicht das, vom Leser, erwünschte Finale gibt. 11.22.63 ist keins dieser Bücher, obwohl der Weg einer der bestumschriebensten und ungewöhnlichsten Wege ist. Das Ziel und der Weg sind absolute passend und stimmig.


Ein neuer und einzigartiger Blickwinkel auf das Thema Zeitreise. Sehr ausgeklügelt und spannend geschrieben mit Protagonisten, die man nur mögen kann. Eine Handlung, die sich langsam entwickelt, dies aber mit viel Charm und Anmut tut, das hierrin der Charme des Buches liegt!
Ich kann es jedem empfehlen!