Freitag, 25. August 2017

Rezension: Calendar Girl Berührt ~ Audrey Carlan




Titel:                           Calendar Girl Berührt
Autorin:                      Audrey Carlan
Verlag:                        Ullstein
Reihe:                         Band 2 von 4
Seitenanzahl:              416 Seiten

Verlag | Amazon | Website | Band 1 | 12,99€



Wie kam ich zu dem Buch?
Ich habe den ersten Band der "Calendar Girl"-Reihe gelesen und war so mittelmäßig begeistert. Es gab einige Dinge, die mich an dem Buch gestört haben und mich nicht überzeugen konnten. Wenn ihr mehr wissen wollt, dann schaut mal hier bei der meiner Rezension zu dem Buch vorbei.
Da "Calendar Girl Verführt" zum Ende hin eine positive Wendung genommen hat, wollte ich gerne noch einmal den zweiten Band lesen und der Reihe eine zweite Chance geben.

Worum geht's?
Jeder Monat bringt Mia Saunders ihrem Ziel näher, eine Million Dollar für die Rettung ihres Vaters aufzutreiben. Im April ist sie die Begleiterin eines Baseball-Stars, der mehr von ihr will, als im Vertrag steht. Der Bad Boy ist hartnäckig - und höllisch sexy. Im Mai schmelzen Mias gute Vorsätze unter der Sonne Hawaiis dahin - mit dem Samoaner Tai Niko verbindet sie mehr als die gemeinsame Lust. Der Juni bringt einen spannenden Job in Washington D.C., aber auch Gefahr ...*


Meine Meinung:
Im zweiten Teil der "Calendar Girl"-Reihe begleiten wir Mia durch die Monate April, Mai und Juli. Der erste Monat hat mir gut gefallen. Mias Kunde war mir sehr sympathisch. Zwischen den beiden hat sich eine sehr freundschaftliche Beziehung entwickelt. Zum ersten Mal hat man hier auch mehr Einblick in die Welt ihres Kunden erhalten. Mias hat sich größten Teils sehr anständig benommen, auch wenn sie es wieder nicht lassen konnte und sich in die Privatangelegenheiten ihres Kunden eingemischt hat, die sie nichts angehen!

Im Mai wirkt Mia mal nicht als Escort Girl gebucht, sondern für einen Job ganz anderer Art. Eine wirklich erfrischende Abwechslung! Auch dieser Monat hat mir sehr gut gefallen. Mia ist auf Hawai und sie unternimmt recht viel auf der Insel, wodurch man als Leser wirklich das Gefühlt hat, mal an einem anderen Ort zu sein. Bisher waren die Städte ja sehr austauschbar.
Dafür hatte ich allerdings das Gefühl, als wäre Mia gerade mal 10 Tage unterwegs gewesen und nicht einen ganzen Monat.

Bei den "Calendar Girl" Büchern handelt es sich um New Adult Bücher und da rechnet man einfach mit Erotikszenen. Im April und im Mai haben sich diese sehr gut die Waage gehalten mit der Handlung. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Handlung in den Erotikszenen verloren gegangen ist. Leider war das im ersten Band der Fall gewesen.
Die Szenen mit Mr. Mai waren aber teilweise sehr intensive, für mich zu intensive. Wenn man während dieser Art von Interaktionen ohnmächtig wird, sollte man sich wirklich sorgen machen und nicht so tun als wäre es ein besonderes Erlebnis.

In den ersten beiden Monaten spielt Mias Familie, bestehend aus ihrer besten Freundin und ihrer kleinen Schwester, eine große Rolle. Es war schön mehr von den beiden zu erfahren. Obwohl es für mich immer noch nicht nachvollziehbar ist, wie man seine beste Freundin als "Hurrenschlampe" bezeichnen kann.
 Der Leser bekommt klare Eindrücke in Mias Denkweise und versteht, wieso sie sich in bestimmten Situationen so verhält, wie sie es tut. Mias kleine Schwester ist ein wahres Goldstück und ich habe sie direkt ins Herz geschlossen. Sie ist ein sehr ehrlicher, unschuldiger und strebsamer Mensch. Ich konnte mich mit ihr mehr identifizieren als mit der aufbrausenden und temperamentvollen Mia.

Die ersten beiden Monate konnten mich zufriedenstellen und haben meine Erwartungen an den zweiten Band übertroffen.
Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen, bis dann der Monat Juni kam.
Von da an ging es nur noch bergab. Mia kann es man wieder nicht lassen und mischt sich so dermaßen in das Privatleben ihres Kunden ein, dass es mich wirklich nur wütend gemacht hat.
Bisher haben die Kunden das ja immer mehr oder weniger geduldet, aber Mr. Juni ist davon auch nicht erfreut. Mia legt mal wieder null Taktgefühl an den Tag.
Mr. Juni hat Mia gebucht, damit sie sich mit den Freundinnen von seinen Geschäftspartnern anfreundet und dadurch Deals zustande kommen. Die Geschäftspartner mit seinen Freundinnen fand ich einfach nur widerlich. Wir reden hier über Männer, die die Großväter von ihren Freundinnen sein könnten. Die Autorin beschreibt hier ungezwungen, wie die beiden auf der Toilette übe einander herfallen. Das waren wirklich Szenen, die ich nicht lesen wollte und übersprungen habe.
Versteht mich nicht falsch, jeder soll lieben wen er will, doch dann möchte ich mir selber aussuchen, ob ich das lesen möchte oder nicht.


-Achtung Spoiler in diesem Absatz-
Noch absurder wird es dann, als Mia auf den Sohn des Senators trifft. Der sie nicht nur im Schlaf befummelt, sondern auch noch dabei ist sie im Verlauf der Geschichte zu vergewaltigen.
Ab diesem Moment hat es für mich aufgehört! Es wurde einfach alles zu übertrieben. Wie Mia die Situation regelt, war meiner Meinung nur geschmacklos. Sie wird als scheinende Heldin dargestellt, die es nicht für nötig hält, Anzeige gegen einen solchen Mann zu erstatten. Ganz selbstlos denkt sie an das Wohl seiner Familie und lässt ihn davon kommen. Natürlich hat das trotzdem Konsequenzen für den jungen Mann. Diese sind so abgemildert, dass ich kurz davor war, mein Buch gegen die Wand zu werfen. So wütend, entsetzt und lachhaft fand ich die ganze Situation.
Es tut mir leid solche harten Worte gegenüber dem Buch benutzen zu müssen und es tut mir leid, wenn sich jemand von meiner Meinung angegriffen fühlt. Das ist bestimmt nicht meine Absicht.
Aber dieser letzte Monat hat meine Lust auf die anderen Bücher dermaßen zerstört, dass ich nicht einmal ansatzweise Neugierig bin, wie es mit Mia weiter geht.

Einen kleinen Minuspunkt gibt es von mir für die ersten beiden Geschichte aber auch. Ich hatte schon in meiner Rezension zu dem ersten Band gesagt, dass mir Mias Gedanken zu ihrem Job und den Verhältnissen der Männer sehr ausdruckslos vorkamen. Schon seit dem ersten Band werden immer wieder ihre Gedanken aufgegriffen, die sich nie verändern und immer gleich sind. Im Prinzip geht es darum, wie sehr sie Mr. Januar vermisst, aber sie durchhalten muss, wie sie durch diese Zeit zu sich selbst finden, wird etc... Ein oder zwei Mal ist das ja ok, aber wenn das in jedem Monat ohne neue Erkenntnisse wiederholt wird, hat man als Leser irgendwann keine Lust mehr.

Ein Lichtblick des ganzen Buches ist immerhin der Schreibstile der Autorin. So lässt sich das Buch locker und schnell lesen. Ansonsten hätte ich es vermutlich auch nicht beendet.

Ich kann das Buch leider nicht weiterempfehlen. Mias Sexabhängigkeit finde ich sehr Besorgnis erregend, und wie mit  Schönheitsidealen umgegangen wird, kann ich auch nicht gut heißen.

Eine sehr sexbezogene Protagonistin, eine überspitze Handlung und jeglicher Realitätsverlust haben mir die Lust an der Reihe "Calendar Girl" von Audrey Carlan genommen. Ab und an gab es einige Lichtblicke, unter anderem die Schwester der Protagonistin oder der schnell zu lesende Schreibstile.
Ich kann dieses Buch leider nicht weiterempfehlen.

Wenn ihr Interesse an positiven Rezensionen haben solltet, um euch selber eine bessere Meinung über das Buch zu verschaffen, dann schaut doch mal bei den Amazon Rezensionen vorbei.















* (Quelle: https://www.amazon.de/Calendar-Girl-Ber%C3%BChrt-April-Quartal/dp/3548288855/ref=pd_lpo_sbs_14_t_1?_encoding=UTF8&psc=1&refRID=30EP9ZN122CANSXQCWA4; 24.08.2017)