Freitag, 22. September 2017

Rezension: Farm der Tiere ~ George Orwell





Titel:                    Farm der Tiere. Ein Märchen
Autorin:              George Orwell
Verlag:                 Diogenese
Seitenanzahl:     132 Seiten

Amazon | Verlag | 9.00€





Wie kam ich zu dem Buch?
Mein Freund und ich machen eine Buch Challenge, die sich über das ganze Jahr zieht und den (Lese) Horizont erweitern soll. Unteranderem stand auf der Liste ein verbotenes Buch. Unsere Wahl ist somit auf "Die Farm der Tiere" von George Orwell gefallen.

Worum geht's?
»Die Fabel vom Aufstand der Tiere des Farmers Jones und vom allmählichen Umschlag der Revolution in ihr den status quo ante wiederherstellendes Gegenteil gehört zu den bekanntesten literarischen Werken des 20. Jahrhunderts. Der Satz ›Alle Tiere sind gleich, aber einige Tiere sind gleicher als andere‹ wurde zum geflügelten Wort.«
Kindlers Neues Literatur Lexikon

Meine Meinung:
Ein wahrer Klassiker und wohlbekanntes Buch.
George Orwell verpackt in diesem Buch seine Sicht auf Stalins UDSSR und die Geschehnisse zu dieser Zeit, in einer schon fast kinderbuchartigen Geschichte.

Wie aus dem Titel zu entnehmen ist, hat George Orwell ein "Märchen" geschrieben. Die Protagonisten in dieser Geschichte sind personifizierte Tiere, die ebenfalls typisiert sind. Das hart arbeitende Pferd Boxer oder das machtliebende Schwein Napoleon.
Der Schreibstile ist einfach und simple gehalten. Es grenzt stark an eine Erzählung der Ereignisse auf der Farm der Tiere.
"Die Farm der Tiere. Ein Märchen" erfüllt ein wichtiges Kriterium nicht, sodass es als Märchen gelten kann, das glückliche Ende fehlt.

Die Geschichte beginnt mit dem sehr alten Schwein Old Major, das im Sterben liegt und seinen Farmkameraden noch seinen Traum mit auf den Weg geben will. In der Hoffnung, dass er eines Tages umgesetzt wird. Er träumt davon, dass alle Lebewesen gleich gestellt sind, so auch dem Menschen gegenüber.
Die Idee des Old Majors lässt die Tiere nicht mehr los. Vor allem den beiden Schweine Napoleon und Schneeball hat sich die Idee in den Kopf eingebrannt und sie arbeiten an einer Umsetzung.
Es kommt zu einer Revolution auf der Farm und der tierschändende Farmer wird vertrieben.

Plötzlich stehen die Tiere neuen Problemen gegenüber. Eine Farm zu erobern ist eine Sache. Sie zuführen eine ganz andere.
Es ist sehr spannend mit zu erleben, wie die Tiere die Farm erobern und sich mit immer wieder neuen, unvorhergesehenen Problemen auseinandersetzen.

Einer meiner liebsten Charaktere war Boxer, das Pferd. Er hat einige Charakterzüge, die mich an mich selber erinnern.
Durch die beschriebenen Umstände und die Einstellung Boxers lässt sich erahnen, dass es mit ihm kein gutes Ende nehmen wird. Als es dann dazu kommt, ist es grausamer und dramatischer als ich es mir hätte ausmalen können. An diesem Punkt wurde mir das volle Ausmaß der Herrschaft der Schweine bewusst.
Der Verrat an Boxer hat mich tief getroffen und zu Tränen gerührt.

"Die Farm der Tiere. Ein Märchen" ist ein sehr politischmotiviertes Buch. Es hat mich in gewisserweise wachgerüttelt. Nicht das mir gewisse Dinge nicht bewusst waren, das Buch hat sie mir lediglich wieder in Erinnerung gerufen. Die Geschichte zeigt deutlich, wie wichtig Bildung und die eigene Meinung sind. Wir sollten uns niemals Abwenden und die Augen absichtlich vor Missetaten verschließen, ansonsten sind wir am Ende selbst schuld.

Der Spannungsaufbau ist George Orwell sehr gelungen. Die Spannung wird langsam und konstant aufgebaut. Der Leser ahnt, dass etwas im Argen liegt, kann es nicht recht benennen. Die Situation wird immer prägnanter, bis sie sich zu spitzt. An diesem Punkt dämmert es dem Leser, dass die Geschichte kein gutes Ende nehmen wird, egal wie sehr der auch hoffen mag.

An der Diogenese- Ausgabe hat mir sehr gut gefallen, dass es noch ein Nachwort gibt und auf den

Anlass eingegangen wird, der George Orwell dazu veranlasst hat das Buch zu schreiben.

Politisch orientierte Bücher entsprechen normalerweise nicht meinem Geschmack. George Orwells Buch ist in diesem Fall eine Ausnahme. Die realen politischen Geschehnisse stehen nicht im Vordergrund, sondern werden durch die Tiere und deren Handlungen ausgedrückt. Diese Art hat es mir gefällig und leicht gemacht, das Buch zu lesen. Letztendlich würde ich sagen, dass durch die Darstellung durch Tiere, die Geschehnisse einen stärkeren Eindruck bei mir hinterlassen hat.



Die Geschichte ist sehr kurz, dennoch konnte sie mich fesseln. Ich war sowohl schockiert als auch fasziniert von den Ereignissen des Buches.
Es ist eine "harmlose" Auseinandersetzung mit der Herrschaft Stalins, die einem trotzdem das Ausmaß der damaligen Situation begreifen lässt.